PKV: Versicherer zweifelt an Fortbestand der Branche

HUK-Coburg Chef zweifelt am Fortbestand der PKV

Erstmals meldete sich nun ein privater Krankenversicherer zur Situation der PKV. Der Chef der HUK-Coburg, Wolfgang Weiler, sagte: „Es bleibt nichts so, wie es ist“. Damit steuert er auf die Frage nach der Zukunft der privaten Krankenversicherung und des dualen Systems ab. Weiterhin bemängelte Weiler, dass die Reformbereitschaft der Branche durchaus größer sein könnte.

Erste Zweifel innerhalb der Branche

Die Aussagen des HUK-Coburg Vorsitzenden sprechen eindeutig gegen das bisherige Bild der privaten Krankenversicherung. Schien die PKV bisher immer zusammenzuhalten, scheint es nun auch erste Zweifel innerhalb des Systems am Fortbestand der PKV zu geben. Viele Manager dürften jedoch bereits in der Vergangenheit den Glauben an die Zukunft der PKV verloren haben. Öffentlich würde dies jedoch niemand zugeben. Bisher hielten die Versicherungskonzerne das duale System aufrecht. Da nun jedoch erste öffentliche Zweifel in den eigenen Reihen aufzukommen scheinen, wächst der Handlungsbedarf der Branche deutlich.

Zukunft der privaten Krankenversicherung ungewiss

In welche Richtung sich das  System der PKV bzw. das duale System der Krankenversicherung entwickelt, ist schwer vorherzusagen. Viele Politiker und Experten gehen davon aus, dass beide Systeme ab 2013 zu einem gemeinsamen System, der Bürgerversicherung, verschmolzen werden. Auch wenn nun erste Zweifel auszukommen scheinen, so sieht die PKV-Branche das Modell der privaten Krankenversicherung aufgrund der Altersrückstellungen von rund 158 Milliarden Euro als Zukunftsmodell. Jedoch haben trotz der Altersrückstellungen zunehmend ältere Versicherte große Probleme mit ihrer Beitragshöhe. Einige Krankenversicherer, wie beispielsweise die Central Krankenversicherung, kündigten bereits vor einigen Monaten an, mit einem Ende der Krankenvollversicherungen in absehbarer Zeit zu rechnen. Auch in der Politik scheint die PKV langsam aber sicher ihen Rückhalt zu verlieren. So zweifeln auch immer mehr Politiker an der Tragfähigkeit des Systems.

PKV & GKV sehen in Bürgerversicherung keine Alternative

Denkbar wäre auch eine Art Basisschutz für alle Versicherten. Dieser könnte dann durch den Abschluss einer privaten Krankenzusatzversicherung aufgestockt werden. Derartige Pläne wurden bereits aus den Reihen der Union bekannt. Mit der Bürgerversicherung hingegen würden alle Versicherten einen vollwertigen Versicherungsschutz erhalten. Neben der PKV will jedoch auch die GKV nicht an einen Erfolg der Bürgerversicherung glauben. So gab Barmer GEK-Chef Christoph Straub zu Wort, das ihm kein Konzept bekannt sei, dass die gesundheitliche Versorgung der gesetzlichen Krankenversicherung ersetzen könnte.

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